Portugal

Portugal

25. Dezember 2021 2 Von Thomas Auer-Peckelsen

Portugal ist wie eine Frau zwischen 20 und 30. Weitgehend entdeckt und von extremer Natürlichkeit. An den Rändern und den Deltas sehr schön entwickelt, im Buschland und im inneren offen für äussere Einflüsse. Sehr heiß, wenn der kalte Nordwind nicht weht, und seiner Schönheit bewusst. 

Beeindruckt von Spanien fahren wir der Küste entlang an die Algarve. Die iberische Halbinsel versteht es, immer noch einen drauf zu setzen. Das, was die Spanier mit dem Bauwahnsinn zerstört haben, wird in Portugal sehr ästhetisch bewahrt. Sämtliche Neubauten harmonieren hervorragend mit dem Bestehenden und der Natur.

Wie in Spanien, werden wir auch hier immer wieder mit Schüssen konfrontiert. Wir haben den Eindruck, daß sich die Leute hier, noch selbst ums Essen kümmern. Wir übernachten auf einem Plateau. Wieder werden wir von Schüssen geweckt. Auch unsere Freunde Matteo und Carlotta, wir reisen schon ein paar Tage zusammen, fällt die Ballerei auf. Eine halbe Stunde später fährt ein Pickup mit einen Reh im Schlepptau an uns vorbei. Na klasse schon wieder.

Portugal hat sehr breite Straßenzüge. Was bei uns zweispurige Autobahnen sind, läuft hier als Bundesstraße. Und!! Ein Kreisel nach dem anderen. Auf Überlandstraßen kommt man sich nach einer gewissen Zeit ein bisschen verschaukelt vor.  Man nähert sich einer grünen Ampel. Während man darauf zu fährt, schön brav mit 50 springt sie auf rot. Na toll! Steht man vor ihr springt sie wieder auf grün. Verkehrsberuhigung auf portugiesisch.

Ich kann Portugal nur wärmstens empfehlen. Es gibt wirklich sehr viel an zu sehen. Von der Landschaft und den total romantischen Siedlungen und Dörfern abgesehen, haben wir Dinosaurier-Spuren in einer Platte an der Küste entdeck. Leute, vor zig Millionen von Jahren sind die Kameraden da durch gelatscht. 

Lisboa, so heißt es hier, ist ebenfalls eine aussergewöhnliche Stadt. Im Grunde eine weiter Ansammlung von alten Gemäuern. Auf den zweiten Blick aber total anders. Wir erleben Portugal als ein Land der Kunst. In fast allen Einfahrten in die Orte oder Städte werden die unterschiedlichsten Skulpturen und Objekte drapiert. Was gut zur Geltung kommt, weil die Leute hier, im Gegensatz zu anderen südlichen Länder, alles sehr ordentlich und sauber halten.

Auch hier machen wir Abstecher ins Landesinnere. Riesige Flächen sind dem Feuer zum Opfer gefallen. Durch diese Tatsache fallen einem die hohen Eukalyptus-Wälder mit dem durch Farne bedeckten Boden besonders auf. Unzählige kleine Ortschaften, mit nicht mehr als zehn Häusern, schmiegen sich in die Landschaft. 

Porto! 

Ja Porto ist ebenfalls aussergewöhnlich. Alt und zum Teil verfallen, aber genau das macht den Reiz aus. Der historische Kern, obwohl es den garnicht gibt, denn selbst in den äusseren Bezirken sind sehr viele historische Gebäude und Plätze, wird mit großem Aufwand bewahrt.

Wer mich kennt weiß, ich bezeichne die touristischen Sehenswürdigkeiten oft als; „ Wieder eine urbane Ansammlung alter Steine“. Porto ist die erste Stadt, von der ich das nie behaupten würde.

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